SIA-Norm 181 - Schallschutz im Hochbau

Die wichtigsten Neuerungen bei haustechnischen Anlagen
Die aus dem Jahr 1988 stammende SIA-Norm 181 „Schallschutz im Hochbau“ wurde revidiert und ist im Juni 2006 in Kraft getreten. Sie bringt unter anderem diese Neuerungen mit sich:

  • Die Mindestanstanforderungen wurden bei haustechnischen Anlagen und festen Einrichtungen um 2 dB verschärft.

  • Bei Stockwerk-Eigentum sowie bei Doppel- und Reihen-Einfamilienhäusern gelten nun grundsätzlich die erhöhten Anforderungen.

  • Um die Messung von Benutzungsgeräuschen objektiv durchführen zu können, hat die EMPA den Pendelfallhammer entwickelt. Dieser wird aus einer Höhe von 10 cm Höhe auf das zu prüfende Objekt fallengelassen.

 

Anforderungsstufen

  • Mindestanforderungen: Die Mindestanforderungen gewährleisten einen Schallschutz, der lediglich erhebliche Störungen zu verhindern vermag.

  • Erhöhte Anforderungen: Die erhöhten Anforderungen bieten einen Schallschutz, bei dem sich ein Grossteil der Menschen im Gebäude behaglich fühlt. Bei Doppel und Reihen-Einfamilienhäusern sowie bei neu gebautem Stockwerkeigentum gelten die erhöhten Anforderungen.

  • Spezielle Anforderungen: Bei besonderen Nutzungen oder bei besonderen Schallschutzansprüchen (auch für einzelne Räume oder Lärmarten) sind spezielle Anforderungen festzulegen und zu vereinbaren. Spezielle Verhältnisse sind insbesondere dann gegeben, wenn die Lärmempfindlichkeit und/oder der Grad der emissionsseitigen Lärmbelastung erheblich nach oben oder unten von den angegebenen Beschreibungen abweichen.

 

Lärmempfindlichkeit
Die Einstufung der Lärmempfindlichkeit erfolgt durch sinngemässe Interpretation der nachstehenden, als Beispiele aufgeführten Angaben.

Lärmempfindlichkeit
Beschreibung der immissionsseitigen Raumart und Raumnutzung (Empfangsraum)

gering

Räume für vorwiegend manuelle Tätigkeit; Räume, welche von vielen Personen oder nur kurzzeitig benützt werden.
Beispiele: Werkstatt, Handarbeits-, Empfangs-, Warteraum, Grossraumbüro (bei Ausschluss späterer Unterteilung in mehrere Nutzungseinheiten oder Einzelbüros), Kantine, Restaurant, Küche ohne planmässige Wohnnutzung, Bad, WC, Verkaufsraum, Labor, Korridor.

mittel

Räume für Wohnen, Schlafen und für geistige Arbeiten.
Beispiele: Wohn-, Schlafzimmer, Studio, Schulzimmer, Musikübungsraum, Wohnküche, Büroraum, Hotelzimmer, Spitalzimmer ohne spezielle Ruheraumfunktion.

hoch

Räume für Benützer mit besonders hohem Ruhebedürfnis.
Beispiele: spezielle Ruheräume in Spitälern und Sanatorien, spezielle Therapieräume mit hohem Ruhebedarf, Lese-, Studierzimmer.

 

Beispiele für Geräuscharten
Einteilung der emissionsseitigen Geräusche (Senderaum)

Einzelgeräusche

Funktionsgeräusche: Waschtisch, Spülbecken und Badewanne füllen bzw. auslaufen lassen; Klosett spülen inklusive Spülvorgang auslösen; Betriebsgeräusche von Wasser- und Abwasserinstallationen; An-, Um-, Abstellen von Ventilen und sonstigen Armaturen; Aufzugsanlagen; Geräusche automatisch betätigter Garagentore, Türschliesser oder Storenanlagen; Schaltgeräusche elektrischer Anlagen
 
Benutzungsgeräusche: Dusche und Badewanne nutzen; Klosettsitz (Deckel, Brille) fallenlassen; Pfannen und Geschirr auf Arbeitsflächen abstellen; Schrankauszüge und Schranktüren betätigen; Garagentore, Drehflügel-Eingangstüren, Schiebetüren und -fenster, Storen, Cheminéeklappen, -gitter, -türen und Backofenklappen manuell betätigen

Dauergeräusche

Funktionsgeräusche: Betrieb von Lüftungs- und Klimaanlage, Geschirrspüler, Waschmaschine, Tumbler, Kühlanlage, Ventilator, Heizung, Kompressor, Wärmepumpe, Whirlpool, Dachentwässerung

Benutzungsgeräusche: Geräusche gewerblicher Einrichtungen mit manueller Betätigung

 

Geräusche haustechnischer Anlagen und fester Einrichtungen im Gebäude
Als Geräusche haustechnischer Anlagen und fester Einrichtungen im Gebäude gelten alle Funktionsgeräusche und die definierten Benutzungsgeräusche sowie Geräusche aus Industrie und Gewerbe im gleichen Gebäude. Ausgenommen sind Geräusche, die unter andere Ziffern dieser Norm fallen oder gemäss Nachbarrecht nach dem Zivilgesetzbuch (ZGB) zu beurteilen sind.

 

 

 

emissionsseitige Geräuschart im Senderaum

Einzelgeräusche

Dauergeräusche

Funktionsgeräusche

Benutzergeräusche

 Funktions- oder Benutzergeräusche

Lärmempfindlichkeit

Anforderungswerte LH in dB(A) im Empfangsraum
Mindestanforderungen
erhöhte Anforderungen

gering

38
35

43
40

33
30

mittel

33
30

38
35

28
25

hoch

28
25

33
30

25
25

 

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